Turnierbericht Hard, 17.10.09

Aufgrund des kurzfristigen Fehlens von Defensiv-Routnier Jens Kulins sowie einiger Stürmer wie Flori Sterk, Tobi Sauter oder Tobi Engelberger reisten die Blue Ravens nicht unbedingt in Bestbesetzung in die Bregenzer Vorstadt Hard. Aber immerhin standen je zweieinhalb Reihen auf dem frühmorgendlichen Eis, wenn auch aufgrund der kurzen Nacht noch etwas zerknittert.

Im Eröffnungsspiels des Turniers gegen die Auswahl von MTU gingen die Ravens zwar früh in Führung, danach präsentierte man sich aber etwas verschlafen. (Kein Wunder, so mitten in der Nacht, sprich 8 Uhr) Am Ende stand eine 1:4 Niederlage zu Buche, gegen die mit EVR-1b verstärkten MTUler allerdings auch kein schlechtes Ergebnis.

Spiel zwei gegen den späteren Turniersieger Memminger Krähen gestaltete sich da allerdings schon deutlich besser, auch wenn das Match letzlich mit 1:3 verloren ging. Mit einer effektiveren Chancenauswertung wäre vielleicht ein knapperes Ergebnis drin gewesen, aber an einen Sieg war natürlich trotzdem nicht zu denken.

Das wohl dramatischte Spiel in der 453-jährigen Geschichte der Blue Ravens erlebte man gegen den klar favorisierten Gastgeber, die Crashbulls Weingarten. Von Beginn an ging man energischer in die Zweikämpfe, checkte früher vor und baute von hinten solider auf. Und das wurde belohnt. Zweimal wechselte sich die Führung ab, knapp 5 Minuten vor Schluss gingen die Ravens dann überraschend mit 3:2 in Führung, danach folge eine wahre Abwehrschlacht. Und dann brach sie an, die letzte Minute und Frank Enderle hatte bei einem Ausflug des gegnerischen Torhüters von der Mittellinie aus das leere Tor vor Augen, doch dann blockte der Goalie den Puck doch noch, dann die letzten zehn Sekunden, noch einmal ein nergischer Antritt von Crashbulls-Stürmer Wilk, ein Schlagschuss kurz nach der blauen Linie.......und exakt drei Sekunden vor der Schlusssirene schlug der Puck millimetergenau im rechten Torwinkel ein. Das 3:3, der Ausgleich und den 12 tapferen Ravens, die gebannt auf die heruntertickende Stadionuhr blickten, wurde ein 2,50 m langer Dolch ins Herz gerammt. Kein Wunder, dass nach dem Spiel mehrere Kronkorken von 0,33 l fassenden braunen Glasbehältnissen zischten.

Damit war klar, es ging darum, am Ende nicht den kleinsten Pokal des Turnies abzuräumen. Hier ging es gegen unsere bekannten Freude der deutsch-russischen Gladiators. Das Spiel war nicht unbedingt hochklassig, eher zerfahren, aber nicht weniger spannend. Das große Problem: Im Spiel zuvor erwischte es mit Obi und Helmy gleich zwei Verteidiger mit schweren Verletzungen, aufgrund des Ausscheidens mussten die Reihen komplett umgebaut werden. Aber dennoch hielt man sich im Spiel, alles lief auf ein Penaltyschießen hinaus, denn die Schlussminute brach an. Doch dann ein Fehler an der eigenen blauen Linie, ein Break der Gladiaters und ein scharfer Schuss vom Bullypunkt, Tor, 0:1, Niederlage - und wieder wurde den Ravens die schmackhaften Schinkenwurstscheiben vom Brot geklaut.

Aber als gute Sportsmänner freuten sich die Ravens auch über den Platz, der in der Regel als erstes bei der Siegerehrung aufgerufen wird und im Pokalschrank am wenigsten Platz beansprucht. Nett und spannend wars trotzdem, im nächsten Jahr gibt es einen neuen Anlauf .....auf den größten Pokal.