Erding Ausfahrt 2011
Nahezu historische Leistung in Erding
Na...endlich ! Mit knapp einer Woche Verspätung gibt es jetzt den ausfährlichen Reise -und Spielbericht vom traditionellen Ausflug nach Erding. Die Kaderplanung war wie schon im Vorjahr ziemlich prekär. Aufgrund diverser Fasnetsaktivitäten des ein oder anderen Spielers „doodelten“ sich gerade einmal neun Feldspieler in die Planung, auch händereingende letzte Überredungsversuche blieben ohne Erfolg. In Erding angekommen sorgte die Ankündigung, dass der langfristig zu den Hurricans getradete Tobi Drauschke doch im Team der Ravens spielen wird, für außerordentliche Entlastung. So waren je zwei Defensiv- und Sturmreihen komplett. Das kurzfristig bestellte Sauerstoffzelt des IV. Sanitätsbatallions aus Stenkelfeld konnte wieder gecancelt werden.
Die Spielvorbereitung gestaltete sich wie in den Vorjahren völlig verschieden. Während der ein oder andere Ravens-Crack in akkribischer Sorgfalt noch einmal die Stutzen bügelte, das Schlägertape auf dessen Reißfestigkeit überprüfte oder die Trinkflasche mit undefinierbaren Vitaminpillen aus der eheamligen Sovietunion fütterte, schlichen die üblichen Verdächtigen wieder um den stadioneigenen Kiosk herum und lauerten auf die ein oder andere aus der Deckung hervorspringenden Flasche „Erdinger“. Letzlich blieben aber auch hier die Versuchungen unerlegen, außer einer kurzfristig geöffneten und gemeinschaftlich geteilten Flasche Angstbieres war die Disziplin doch vorbildlich gehalten.
Zum Spiel
So selbstbewusst agierten die Ravens in ihrer 10 jährigen Club-Geschichte wohl selten. Taktisch diszipliert und solide im Spielaufbau fand man überraschend schnell den Rhythmus, es wurden Chancen erarbeitet und Torhüter Ralf stand sicher zwischen den Pfosten. So blinkte nach Treffern von Jens Kulins und Tobi Drauschke gar eine 2:1 Führung auf der nicht eingeschalteten Anzeigetrafel des Erdinger Eisstadions. Dabei hätten die Ravens sogar noch höher führen müssen, denn Frank Enderle stand kurz nach dem zweiten Treffer frei vor dem Tor, der Schlenzer landete aber am Pfosten. Der auf der Torlinie liegende Punk wurde danach um Sekundenbruchteile entschärft, bevor ihn der heranfliegende Martin Hagel zum 3:1 über die Linie bugsieren konnte.
In der zweiten Hälfte machten sich dann aber doch konditionelle Unterschiede bemerkbar, die Gastgeber erhöhte das Tempo und sorgten alsbald nicht nur für den Ausgleich, sondern auch für einen vermeintlich standesgemäßen 5:2 Zwischenstand. Mit der Entschärfung mehrere Alleingänge hielt Goalie Ralf den Spielstand aber in erträglicher Höhe. Woher die Ravens dann in der Schlussphase die Kraft hernahmen, einen regelrechten Sturmlauf zu inszenieren, das weiß bis heute niemand. Zunächst donnerte Jens Kulins den Puck aus spitzen Winkel ins rechte Kreuzeck, zwei Minuten vor Schluss besorgte Martin Hagel nach lehrbuchmäßigem Pass aus dem eigenen Drittel von Frank Enderle gar den 4:5 Anschlusstreffer. Hätten Jens Kulins und Daniel Rabsch im direkten Anschluss etwas genauer Maß genommen, die Sensation eines Unentschiedens wäre perfekt gewesen. So blieb den Ravens auch in Einklang der Meinung der gegnerischen Spieler der Titel „Sieger der Herzen“ und erstmals konnten in den Katakomben der Erdinger Eissporthalle die Kronkorken aus Stolz über die erbrachte Leistung, und nicht aus Frust über eine derbe Klatsche geöffnet werden.
Die Nachbereitung
Die traditonelle Spielanalyse-Sitzung wurde dann in einer exzellenten mexikanischen Tappas-Bar abgehalten. Reiseleiter Tobi Drauschke hatte wieder einmal vorbildlich die Lokalitäten geplant und reserviert und nach der vorzüglichen Stärkung setzte sich der Ravens Mannschaftsbus (unter dem wachsamen Auge des Heiligen St. Konrads) in Richtung M-P-E in Bewegung. Für alle nicht ortskundigen Leser: Dies ist eine kleine, überschaubare Disse am Ortsrand von Erding. War zunächst geplant, das Ravens-Team würde mit je einer Freigetränksflasche Prosecco es sich in der urigen Apre Ski Hütte gemütlich machen, sah sich jä getäuscht. Die Musik auf dem Platten-Drehteller war dann doch deutlich zu alt und schmierig für die immer noch vom Adrenalin vollgetankten Eishockey-Cracks und alsbald sammelte sich die Mannschaft im Haupt-Floor mit exzellenter Musik aus den internationalen Charts. Dabei war verwunderlich, wie schnell die Ravens ihre Akkus nach einem hammermäßig kraftkostenden Spiel wieder aufgeladen hatten und bis in die frühen Morgenstunden problemlos den Dancefloor aufmischten. Apropos verunderlich: Letztlich blieben doch viele Fragen offen. Wichtig war aber, dass alle Ravens Spieler gesund und munter am nächsten Mittag wieder in Ravensburg angekommen waren.
Unser Dank gilt neben den fairen Gegnern der Langengeising Hurricans natürlich auch wieder Tobi Drauschke, der sich wieder als exzellenter Reiseleiter und Hotelmanager präsentierte.








